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07.05.2020 08:17 Uhr
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Ernst-Dieter Heine heute mit Helm von damals und Gau Leistungsbuch und Fahrer-Lizenz von 1967

Ernst-Dieter Heine heute mit Helm von damals und Gau Leistungsbuch und Fahrer-Lizenz von 1967

Erst-Dieter Heine in seinem Alfa Romeo

Erst-Dieter Heine in seinem Alfa Romeo

Elfi Mevert in Aktion

Elfi Mevert in Aktion

Elfi Mevert in ihrem Golf GTI

Elfi Mevert in ihrem Golf GTI

Rückwärts ins Ziel und das Ende einer Rennfahrerzeit

Langjährige SMC Mitglieder berichten von unvergesslichen Momenten

„Elfi komm­t“, und schon wusste je­der da­mals Be­scheid. Und daran war nicht ihre spek­ta­kuläre Zielein­fahrt Mitte der 80er Jahre schuld, son­dern mehr ihr quir­li­ges Tem­pe­ra­ment. Le­bens­froh und im­mer auch et­was auf­ge­regt vor ei­nem Renn­start war Elfi Me­vert, da­mals auch lie­be­voll Elli Pi­relli ge­nannt, ei­gent­lich im­mer. Da­durch brachte sie die Pa­pier­ab­nahme auch gern et­was durch­ein­an­der, wenn sie mit ih­rem ro­ten Golf GTI zu ei­nem Club­sport Au­to­mo­bil­sla­lom kam. Da­mals gab es noch mehr weib­li­che Teil­neh­mer im Mo­tor­sport als heute und es wa­ren reine Da­men­wer­tun­gen aus­ge­schrie­ben. Eine be­son­dere Fahrt ist wohl vie­len in Er­in­ne­rung ge­blie­ben und sorgt auch noch heute für ei­nige La­cher. Denn wel­cher Renn­fah­rer kann schon sa­gen, dass er rück­wärts ins Ziel ge­fah­ren ist? Die spek­ta­kuläre Fahrt er­eig­nete sich auf dem Han­odrom in Han­no­ver. Nor­ma­ler­weise trug Elfi bei den Ren­nen Turn­schu­he, doch diese stan­den den Tag noch ver­se­hent­lich da­heim. Also wurde in Strümp­fen ge­fah­ren. Ra­sant um­run­dete sie den Par­cours, machte aber kurz vor dem Ziel einen klei­nen Feh­ler, so dass das Auto sich drehte und der Mo­tor aus­ging. So stand Elfi nun mit dem Heck des Fahr­zeugs kurz vor dem Ziel. Also ent­schied sie sich, schnell den Wa­gen wie­der an­zu­las­sen und ein­fach rück­wärts durch das Ziel zu fah­ren, um nicht noch mehr Zeit zu ver­lie­ren. Da die Schieds­rich­ter so et­was auch noch nicht er­lebt hat­ten, musste erst dis­ku­tiert wer­den, ob es ü­ber­haupt ge­wer­tet wer­den kann. Zwar reichte es nach Ge­neh­mi­gung nicht für den Sieg, aber es gab we­nigs­tens die Punkte für die Ge­samt­wer­tung der Se­rie. Seit 41 Jah­ren ist Elfi Me­vert schon Mit­glied im Stadt­hä­ger Mo­tor Club e.V. im ADAC und hat sich bis heute ihre fri­sche und fröh­li­che Le­bens­ein­stel­lung be­wahrt, auch wenn die Zeit der ak­ti­ven Au­to­ren­nen vor­bei ist.
­Mit ü­ber 50 Jah­ren Mit­glied­schaft kann Grün­dungs- und Eh­ren­mit­glied Ernst-Die­ter Heine viele Er­leb­nisse und An­ek­do­ten be­rich­ten. Aus sei­ner ei­ge­nen Renn­fah­rer­kar­riere ist seine letzte Fahrt ein bit­te­rer und doch auch schö­ner Mo­ment zu­gleich. Deutsch­land­weit war Heine von Mitte der 50er Jahre bis 1972 ak­tiv un­ter­wegs. An­ge­fan­gen hatte er mit Ral­lyes, es en­dete mit ei­nem Bergren­nen. Im hes­si­schen Lorch am Rhein star­tete er mit ei­nem Alfa Ro­meo GTA, der einen Wa­gen­pass hatte und auch nicht für den nor­ma­len Straßen­ver­kehr, son­dern nur für Ren­nen aus­ge­stat­tet war. Die Si­cher­heits­aus­stat­tung war Heine ebenso wie da­mals Elfi Me­vert auch sehr wich­tig und da wurde nicht am Geld ge­spart. Dass der Wa­gen in die­ser Sicht sehr gut aus­gerüs­tet war, hat Heine wohl auch den Tag das Le­ben ge­ret­tet. In der Trai­nings­runde war noch al­les okay, doch beim 1. Lauf gab es Pro­bleme mit der Dop­pelzün­dung des Fahr­zeugs. Heine war des­we­gen är­ger­lich und in ei­ner S-Kur­ve, die ex­trem rechts ge­fah­ren wer­den muss­te, da sich links ein Fel­sen be­fand, gab es den ver­eh­ren­den Feh­ler. Das Auto rea­gierte sehr sen­si­bel bei je­der Be­we­gung und er­wi­derte die kurze Un­acht­sam­keit mit ei­nem Aus­bre­chen des Hecks, stellte sich quer, knallte ge­gen den Fels und ü­ber­schlug sich mehr­fach, bis es zum Still­stand kam. Ernst-Die­ter Heine hatte Dank Ü­ber­roll­kä­fig nur Schram­men vom ka­put­ten Vi­sier an der Stirn und Ver­stau­chun­gen im gan­zen Kör­per, aber sonst keine Ver­let­zun­gen. Im Ge­gen­satz zu sei­nem Wa­gen, von dem nur noch das rechte Rück­licht heil war. „Das war dann mein letz­tes großes Ren­nen, da der fi­nan­zi­elle Scha­den am Fahr­zeug doch ex­trem war“, be­rich­tete Hei­ne. „A­ber durch viele per­sön­li­che Tief­schläge in der Zeit vor dem Ren­nen war ich wohl un­kon­zen­trier­ter als sonst. An mei­nem fah­re­ri­schen Kön­nen lag es bei mir nicht“. In sei­nen Leis­tungs­büchern der da­ma­li­gen Zeit vom Gau Nie­der­sach­sen sind da­nach nur noch Einsätze als Sport­wart ver­zeich­net. Denn auch wenn man sel­ber nicht mehr ak­ti­ver Fah­rer ist, so bleibt trotz­dem noch Ben­zin im Blut und die Lei­den­schaft zum Mo­tor­sport im Her­zen.

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Leserreporter: Regina Tegeler
Rubrik: atemlos
Schlagworte: Elfi Mevert, Ernst-Dieter Heine, Motorsport, SMC Stadthäger Motor Club e.V. im ADAC


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