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11.09.2020 07:44 Uhr
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Sascha Rinne mit Vater Wolfgang bei den letzten Anweisungen vor dem Start

Sascha Rinne mit Vater Wolfgang bei den letzten Anweisungen vor dem Start

Der Mini hat eine gute Kurvenlage

Der Mini hat eine gute Kurvenlage

Startaufstellung

Startaufstellung

Sascha ist startbereit

Sascha ist startbereit

Der Kampf um eine gute Plazierung läuft

Der Kampf um eine gute Plazierung läuft

Heute coacht Sascha seinen Sohn Mads im Kartslalom

Heute coacht Sascha seinen Sohn Mads im Kartslalom

Noch fährt Mads Kart, aber der Mini wartet in der Garage

Noch fährt Mads Kart, aber der Mini wartet in der Garage

Wenn aus Konkurrenten Verbündete werden

Motorsport ist mehr als Kämpfe um eine gute Zeit

Wenn auf­grund aus­fal­len­der Renn­se­rien in die­sem Jahr nur we­nige Be­richte ü­ber Er­folge ge­schrie­ben wer­den kön­nen, bleibt Zeit für Bli­cke in die Ver­gan­gen­heit. Je­der Mo­tor­sport­ler hat meh­rere Er­leb­nis­se, die er nicht ver­ges­sen wird. Und dass ein be­son­de­res Er­leb­nis nicht un­be­dingt ein Sieg sein muss, hat Sa­scha Rinne er­lebt. Seit 28 Jah­ren ist er Mit­glied im Stadt­hä­ger Mo­tor Club e.V. im AD­AC. Mit 8 Jah­ren be­gann seine mo­tor­sport­li­che Zeit im Ju­gend-Kartsla­lom, dann kam die Kart Rund­stre­cke und 2002 ging es mit dem Be­sitz des Au­tofüh­rer­scheins und ei­nem ei­ge­nen Fahr­zeug wei­ter. Zu­sam­men mit Va­ter Wolf­gang baute er sei­nen Aus­tin Mini in DMSB An­leh­nung für die Bri­tish Car Tro­phy nach Gruppe H auf. Da­bei steht H nicht für das Old­ti­mer Kenn­zei­chen, son­dern für das Re­gle­ment mit Vor­ga­ben im DMSB Hand­buch. Si­cher­heit steht im Mo­tor­sport ganz oben, und natür­lich hatte auch Saschas Mini al­les, was ge­for­dert und sinn­voll war.
Him­mel­fahrt 2006 fuhr Sa­scha mit El­tern Mar­lies und Wolf­gang zum zwei­ten Ren­nen der Sai­son zum Hocken­heim Ring, noch gu­ten Mu­tes, da das erste Ren­nen in Oschers­le­ben schon viel­ver­spre­chend ge­lau­fen war. Ein Zeit­trai­ning und zwei Wer­tungs­läufe soll­ten nun das nächste gute Er­geb­nis brin­gen. Aber schon beim ers­ten rich­ti­gen Voll­gas ge­ben im Zeit­trai­ning pas­sierte es: auf der Star­t/­Ziel Ge­ra­den beim An­brem­sen auf die erste Kurve gab es einen lau­ten Knall! Das Ku­gel­ge­lenk von der obe­ren Rad­auf­hän­gung auf der lin­ken Vor­der­seite war ge­platzt. Da­durch hat sich die Vor­der­achse um sich selbst und um den Quer­len­ker ge­dreht und auch die Zugstrebe ist ab­ge­ris­sen. Auch in der Si­cher­heits­front­scheibe gab es durch den Knall einen ge­ra­den Riss, der aber das kleinste Ü­bel war. „Das war es für heu­te, nun ist es schon vor­bei, war nur noch mein Ge­dan­ke“, erzählt Sa­scha Rin­ne. Kurz da­nach musste auch sein ers­ter Kon­kur­rent we­gen Pro­ble­men das Trai­ning ab­bre­chen und auf­ge­ben. Die Bri­tish Car Tro­phy ist eine von fünf Renn­klas­sen, die im „­Kampf der Zwer­ge“ fah­ren und sich außer durch pa­ckende Ren­nen, Ra­cing am Li­mit auch durch fa­mi­liäre At­mo­s­phäre aus­zeich­nen. Und das be­deu­tet auch, dass Kon­kur­ren­ten zu Kol­le­gen wer­den und hel­fend an­pa­cken. Durch die Bau­gleich­heit der Mi­nis bot nun der aus­ge­fal­lene Kon­kur­rent Sa­scha an, seine Teile als Er­satz­teile zu neh­men, da­mit we­nigs­tens ei­ner von bei­den noch wei­ter fah­ren kann. Ge­mein­sam wurde also ge­schraubt und ge­schwitzt. Auch die Len­kung hatte noch Scha­den ab­be­kom­men, was be­deu­te­te, dass der Mo­tor­trä­ger ab­ge­senkt wer­den musste und der kom­plette Vor­der­wa­gen aus­ein­an­der­ge­nom­men wer­den durf­te.
Al­les sah schon gut aus, doch dann wie­der ein Rück­schlag. Die An­triebs­welle war eben­falls ver­bo­gen. Und Saschas Mini hatte eine be­son­dere Ver­sion von ver­stärk­ten Wel­len, die nie­mand an­ders im Fahr­er­la­ger zur Ver­fü­gung stel­len konn­te. „­Die ganze Ar­beit war um­sonst und wir fin­gen an, un­sere Sa­chen zu­sam­men zu pa­cken. Ein Zu­schauer vor dem Zelt, der schon län­ger un­sere Ar­beit be­ob­ach­tet hat­te, fragte nach dem Grund dafür“, er­in­nerte sich Sascha. Es stellte sich nun her­aus, dass die­ser Mann ca 30 km ent­fernt in Hei­del­berg die­ses Teil lie­gen hat­te. Also wurde sich schnell ein Auto ge­lie­hen und die An­triebs­welle ge­holt. Die nächste Ka­ta­stro­phe lies aber nicht auf sich war­ten: es war die falsche Sei­te. Ja, die an­dere hat er auch, aber noch ein­ge­baut in ei­nem Auto in sei­ner Hal­le….Also wie­der nach Hei­del­berg, Welle aus­ge­baut, zurück zum Hocken­heim Ring und wei­ter schrau­ben…­die letz­ten Mut­tern wur­den dann noch in der Star­tauf­stel­lung zum ers­ten Ren­nen fest­ge­zo­gen.
­Bei ei­nem Star­ter­feld von ü­ber 70 Fahr­zeu­gen im Wer­tungs­lauf blieb für Sa­scha dann der Platz ir­gendwo im hin­te­ren Drit­tel, aber im­mer­hin mit ei­nem hei­len Au­to. Die ers­ten Run­den fuhr er auch noch et­was ängst­lich und zurück­hal­tend und mit ei­nem Ohr im Mo­tor und an der Rad­auf­hän­gung. Aber schon im ers­ten Ren­nen war es ein Platz in den Top 10. Noch eine kurze Kon­trolle und Ab­stim­mung für das zweite Ren­nen und es konnte star­ten. Ein er­folg­rei­cher 2. Platz be­lohnte Sa­scha dann für die viele Ar­beit. „­Diese sechs Stun­den wer­den mir im­mer in Er­in­ne­rung blei­ben. Auch wenn ich seit 2008 aus Zeit­man­gel als Fah­rer nicht mehr star­te, so be­steht im­mer noch Kon­takt zu vie­len Leu­ten. Und mit mei­ner Fa­mi­lie bin ich als Zu­schauer im­mer wie­der auch bei den „Zwer­gen­kämp­fen“ da­bei. Das lässt einen nicht wie­der los“, sagt Sascha.
­Der Mini ist im­mer noch in sei­nem Be­sitz und war­tet auf den nächs­ten Renn­ein­satz. Wohl aber erst mit der nächs­ten Ge­ne­ra­tion im Hause Rin­ne, wenn der sie­ben­jäh­rige Mads oder drei­jäh­rige Henry dann Spaß daran ha­ben.

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Leserreporter: Regina Tegeler
Rubrik: atemlos
Schlagworte: British Car Trophy, Henry Rinne, Kart, Mads Rinne, Motorsport, Sascha Rinne, SMC Stadthäger Motor Club e.V. im ADAC


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